Symbole bei Olympia : Mut zum Frieden

Mündige Athleten können die Spiele in Peking nutzen, um Stellung zu den Konflikten dieser Welt. zu beziehen.

Der erste große Moment der Olympischen Spiele in Peking ist kein sportlicher. Das war zu erwarten. Auf diese Art allerdings nicht: Eine russische Sportschützin und ihre georgische Gegnerin umarmen und küssen sich bei der Siegerehrung – ihre Länder befinden sich im Krieg, doch sie bleiben Freundinnen. Sie schießen nur um Medaillen. Eine Friedensbotschaft an die Welt, zu der die Politik nicht in der Lage ist. Zwei mutige Athletinnen zeigen, was Sport bestenfalls bewegen kann: die Herzen der Zuschauer. Die Sommerspiele sind politisch aufgeladen, nicht nur wegen der bedrückenden Menschenrechtslage in China. Der Kriegsausbruch im Kaukasus am Eröffnungstag zeigt globale Brüche auf, die auch der Sport nur für Momente überwinden kann. Die Weltöffentlichkeit schaut in diesen Tagen nach Peking. Mündige Athleten können diese Bühne nutzen, um für unteilbare Werte zu werben. Natürlich verändern Symbole auf dem Siegerpodest nicht den Lauf der Weltpolitik. Sie können auch nicht das anhaltende Schweigen des IOC übertönen, das weiterhin Zensur und Propaganda hinnimmt – etwa als bei der Eröffnungsfeier nur Jubelbilder vom umstrittenen Fackellauf zu sehen waren. Aber Sportler können und dürfen zum Nachdenken anregen. Eine Russin und eine Georgierin haben es gezeigt – mit einer Geste der Menschlichkeit. ide

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