Syrien : Feuern und Foltern

Tod und Zerstörung zerfetzen Syrien. Die Gegensätze im UN-Weltsicherheitsrat sind unüberbrückbar. Und nach 9000 Toten stehen sich Regime und Opposition kompromisslos gegenüber. Nun ist Kofi Annan auf dem Weg in die Region – als Friedensnobelpreisträger betraut mit der wohl schwierigsten Aufgabe, die die internationale Diplomatie derzeit zu vergeben hat. Er soll Syriens Absturz in Bürgerkrieg und Chaos verhindern. Die Schlüssel dazu liegen in Damaskus, aber auch in Moskau. Denn solange Präsident Assad die Kremlherren an seiner Seite weiß, wird er keinerlei Konzessionen machen. Stattdessen wird er weiter auf Zeit spielen, luftige Reformen in Aussicht stellen und ansonsten seinen Truppen beim Feuern und Foltern freie Hand lassen. Mit dieser Doppelstrategie kann sich das Regime noch eine Weile an der Macht halten, normale Lebensverhältnisse jedoch wird es unter Assad nie wieder geben. Das weiß auch Moskau, wo man nach der Präsidentenwahl möglicherweise das Nahostdossier jetzt neu bewertet. Denn auch die letzte Chance für einen halbwegs geordneten Machttransfer nach dem Modell der Arabischen Liga könnte bald vertan sein. M.G.

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