Syrien : Geteilte Wirklichkeit

Der eine müht sich ab, um im Kriegsgebiet eine Waffenruhe und humanitäre Hilfe für die notleidende Bevölkerung zu erwirken. Der andere setzt in den nicht so heftig vom Krieg betroffenen Gebieten Parlamentswahlen für den 7. Mai an. So klaffen die Vorstellungen des UN-Sondergesandten Kofi Annan und des syrischen Präsidenten Baschar al Assad über das, was in Syrien los ist und was das Land nun braucht, auseinander. Es grenzt an Schizophrenie. Assad setzt unbeirrt seinen zweigleisigen Kurs fort: brutale Niederschlagung des Aufstandes einerseits und andererseits politische Reformen, die seine Macht nicht antasten. Angesichts der Repression halten Auslandsopposition, der Westen und Arabische Liga an ihrer Maximalforderung fest, dass Assad gehen muss. Dazwischen steht Kofi Annan, der einen politischen Dialog in Gang setzen will und damit der russischen Position nähersteht als der Opposition. Nachdem diese sich beim Treffen der „Freunde Syriens“ in Tunis Rückendeckung geholt hat, sichert sich Assad mit den Wahlen neue Legitimation bei den Teilen der Bevölkerung, die sich dem Aufstand nicht angeschlossen haben. Die geisterhafte Spaltung des Landes wird zementiert. an

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