Syrien : Teuflisches Muster

Die Gewalt ist bestialisch und inzwischen überall. Es herrscht Bürgerkrieg in Syrien. Und der Konflikt hat mittlerweile eine Eigendynamik erreicht, die das Land für Jahrzehnte in den Abgrund reißen könnte. Längst sind zu den Fronten zwischen Regime und Opposition weitere Kampflinien hinzugekommen – zwischen Nachbardörfern und Nachbarstadtteilen, zwischen Kurden und Arabern, sowie Sunniten, Alawiten, Drusen, Schiiten und Christen. Die schweren Massaker wie zuletzt in Tremseh und Hula geschehen alle nach ähnlich teuflischem Muster. Alawitische Shabiha, die brutalen Milizen des Regimes, fallen über ein sunnitisches Dorf her. In Panik holen die Bewohner die Kämpfer der „Freien Syrischen Armee“ zu Hilfe. Dann schlagen die Elitetruppen mit schwerem Gerät zu. Anschließend wird die Ortschaft von den Regimekräften gemeinsam dem Erdboden gleichgemacht. Alle internationalen Bemühungen, mit vereintem Druck Bashar al Assad und seine Clique zum Aufgeben zu zwingen, scheitern seit 18 Monaten an Russland und China. Und so glaubt das Regime in Damaskus, seine Macht sei noch zu retten. Die zerstrittene Opposition dagegen hofft, ihre Kämpfer werden mit den neuen Waffen vom Golf bald Assads Palast erobern können. In Syrien sprechen nur noch die Waffen. M.G.

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