Syrien : Waffen aus dem Westen

Das ist ein Coup. Unbeachtet von der Öffentlichkeit hat in Berlin eine Gruppe relativ repräsentativer syrischer Oppositioneller eine Gebrauchsanweisung für den Übergang in ihrer Heimat ausgearbeitet. Hier wird auf die größten Gefahren hingewiesen, verbunden mit praktischen Schritten für die ersten Wochen und Monate nach dem Fall des Regimes. Erstmals wird im Detail angesprochen, was das für Bereiche wie Justiz, Sicherheit oder Rechtsstaatlichkeit bedeutet und welche Weichen schon jetzt gestellt werden sollten. Damit wird der Abgang Assads greifbarer. Gleichzeitig soll das Dokument skeptische Syrer ermutigen. Das alles ist sehr sinnvoll und füllt eine Lücke. Denn Gruppen wie der Syrische Nationalrat sind zu sehr damit beschäftigt, Posten zu verteilen und Claims abzustecken. Was fehlt, ist eine konkrete Vorstellung, wer eine Übergangsregierung bestimmen soll. Eine Forderung dieser Vorzeige-Demokraten bringt den Westen in die Bredouille: Sie wollen Waffen für die Kämpfer und Schutz gegen die Luftangriffe auf die Zivilbevölkerung. Über diese Forderung muss der Westen angesichts der Zuspitzung der Lage wohl oder übel neu nachdenken. an

0 Kommentare

Neuester Kommentar