Taizé-Treffen in Berlin : Zum Glauben bekennen

Seit der Öffnung der Grenzen ist es für Jugendliche aus der ganzen Welt zu einem besonderen Erlebnis geworden, im wiedervereinigten Berlin in das neue Jahr hineinzufeiern. In diesen letzten Dezembertagen aber ist das traditionell ohnedies bunte und quirlige Bild der Stadt noch einmal um etliche Facetten reicher, weil mehr als 30 000 junge Menschen am Taizé-Treffen teilnehmen. Diese Begegnungen sind aus dem spirituellen Antrieb von Roger Schutz, Gründungsprior der Communautée von Taizé, entstanden. Seit dem Konzil der Jugend des Jahres 1974 in der burgundischen Kleinstadt, die zum Zentrum eines überkonfessionellen Christentums wurde, will die ökumenische Brüderschaft die unterschiedlichen religiösen Bekenntnisse miteinander versöhnen. Wo könnte das besser gelingen als hier, wo im November 1989 die Mauern zwischen beiden Teilen Deutschlands durchbrochen wurden? Wenn sich heute protestantische, katholische und orthodoxe Geistliche zusammen mit Jugendlichen aus vielen Ländern zum Taizé-Abendgebet versammeln, mag das in der glaubensfernen Millionenstadt den einen oder anderen verwundern – vielleicht aber auch nachdenklich stimmen. Dann hätte das 34. Jugendtreffen schon einen Anstoß über seine unmittelbaren Teilnehmer hinaus gehabt. apz

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