Tarifkonflikt bei der BVG : Teures Ticket

Nun bekommen endlich die Beschäftigen der Berliner Verkehrsbetriebe ihre Gehaltserhöhung. Wurde aber auch Zeit, stöhnt der Fahrgast, der zwar seit einem Monat schon wieder mehr fürs Ticket zahlen darf, aber immer wieder vergeblich auf die Gegenleistung warten musste.

Björn Seeling

Weil mal die Fahrer und mal die Schlosser oder sonst wer bei den Verkehrsbetrieben streikten. Durchschnittlich 4,6 Prozent mehr gibt es für die 12 500 BVGer, dazu 500 Euro extra und 36,5 Stunden Zeit zum Abbummeln.

Dieses „durchschnittlich“ hat es in sich. Denn die BVG muss dafür 4,3 Millionen Euro mehr aus ihrem Etat aufbringen als ursprünglich geplant war. Geld, das das hochverschuldetete Unternehmen nicht hat. Ob diese Summe durch Preiserhöhungen wieder hereingeholt wird, verschweigt der BVG-Chef. Auch wenn er zu dem Thema nichts zu sagen hat – nicht nur, weil letztlich der übergeordnete Verkehrsverbund die Fahrpreise festlegt – so ahnt der Fahrgast schon, in welche Richtung der Zug rollt. Wenn die Preise nicht steigen, können nur Leistung und Service sinken.

Der Fahrgast ist also der Verlierer des Lohnstreits. Allerdings steht ihm diese Rolle nicht allein zu. Denn da gibt es noch Funktionäre der Gewerkschaft Verdi, die ihren Mitgliedern nicht erklären müssen, wieso für sie das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ bei der BVG nicht gilt, weil der Unterschied zwischen Neu- und Altbeschäftigten fortbesteht. Da ist die BVG-Führung, die einen riesigen Imageschaden für das Verkehrsunternehmen wettzumachen hat, das seit dem Streik als notorisch unzuverlässig gilt. Nicht zu vergessen der Finanzsenator, der aus der Ferne die Strippen zog und mit seiner kompromisslosen Haltung dazu beigetragen hat, dass sich die Fronten verhärteten und der nun doch zugestimmt hat. Und da ist die gesamte Landesregierung, die demnächst mit den öffentlich Bediensteten verhandeln muss. 4,6 Prozent mehr Gehalt wollen die jetzt bestimmt auch.

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