Tarifstreit bei der Bahn : Außer Plan

Die Deutsche Bahn durchlebt einen unruhigen Sommer. Die Belegschaft ist gespalten wie nie.

Bernd Hops

Für die Deutsche Bahn gibt es kein Sommerloch. Während sie fleißig im Ausland expandiert, zerbröselt die Heimatbasis. Es knirscht in der Belegschaft. Transnet, die größte Gewerkschaft in dem Konzern, macht mit einer Unterschriftenaktion Front gegen die Lokführergewerkschaft GDL. Die will aber nicht auf ihre Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag verzichten und bereitet weiter Streiks vor. Gleichzeitig sagen die Bundesländer Nein zur Art und Weise, wie die Regierung die Bahn nach quälender Diskussion privatisieren will. Und der Vorstand sitzt zwischen allen Stühlen. Man spürt Verzweiflung, wenn Bahn-Chef Mehdorn versucht, die GDL mit einem „neuen Angebot“ zu beschwichtigen. Dabei ist er ihr schon längst so weit entgegengekommen, wie er nur kann, ohne den wichtigen Partner Transnet zu vergrätzen. Zur Position der Länder hält sich die Bahn bedeckt. Die monatelange Lobbyarbeit, um das Schienennetz im Konzern behalten zu dürfen, war aber offenbar wirkungslos. Der Weg zur Privatisierung hat die Bahn auf einen Kollisionskurs geführt. In diesem Sommer geht es um mehr als um die Reisepläne vieler Bundesbürger.

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