Tarifstreit bei der Bahn : In Beugehaft

Erst mal ist Ruhe. Wer mit der Bahn fährt oder fahren muss, wird in dieser Woche von keinen Streiks behelligt. Und mit etwas Glück ist schon bald ganz Schluss damit.

Erst mal ist Ruhe. Wer mit der Bahn fährt oder fahren muss, wird in dieser Woche von keinen Streiks behelligt. Und mit etwas Glück ist schon bald ganz Schluss damit: Falls nun tatsächlich förmliche Verhandlungen aufgenommen werden, dürfte an deren Ende auch eine Einigung stehen. Mancher Bahnfahrer mag jetzt aufatmen. In Wirklichkeit hat er verloren; so oder so wird dieser Arbeitskampf teuer für den Konzern und damit für jeden einzelnen Kunden. Denn Vorstandschef Hartmut Mehdorn dürfte bei seinem neuen Angebot ein paar Prozente draufgelegt haben, sonst hätten die Lokführer es sofort abgelehnt. Was er ihnen aber mehr zahlt, muss er am Ende auch den übrigen Beschäftigten zugestehen. Nur: Teuer wird die Sache auch, wenn es keine Einigung mit den Lokführern gibt. Dann nämlich geht alles von vorne los. Der Tarifstreit könnte schnell zu einem Flächenbrand werden, der den ganzen Konzern erfasst und bis in jeden Winkel des Landes zu spüren wäre. Niemand weiß, welche Folgen das hätte. Aber mit Sicherheit wäre es das Ende der Privatisierungspläne. Schon deswegen dürfte sich Mehdorn den Lokführern beugen – koste es, was es wolle. mod

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