Tarifstreit bei der Bahn : Schwerter zu Schienen

Von Krieg war schon die Rede, und jetzt herrscht doch erst mal Waffenstillstand. Hartmut Mehdorn und Manfred Schell, der Bahn-Chef und der Lokführergewerkschafter, sind an den Verhandlungstisch zurückgezwungen worden, der Streik fällt vorerst aus. Das ist das Verdienst von Aufsichtsratschef Werner Müller. Es war höchste Zeit, dass er sich öffentlich einmischt. Er wird sich gut überlegt haben, wie er alle Beteiligten aus diesem Irrgarten der Aggressionen, Verletztheiten, Eitelkeiten wieder herausführt. Und eine einfache Lösung wird am Ende sicher nicht stehen. Doch für ihn steht im Vordergrund, den politisch ohnehin schon umstrittenen Börsengang der Bahn nicht durch einen Arbeitskampf zusätzlich zu gefährden. Mehdorn hat verstanden und lässt bereits verlauten, er sei sehr für die Mitbestimmung, denn man könne ein Unternehmen schließlich nicht gegen die Belegschaft führen. Diese Einsicht kommt spät, aber hoffentlich nicht zu spät. Vom Waffenstillstand zum Frieden ist häufig ein langer Weg. Kommt es doch noch zum Streik, dürfte es nicht um ein paar Tage gehen. Dann droht ein Arbeitskampf bis ins neue Jahr – und zu Weihnachten Verkehrschaos. mod

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