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DER HUNGER BREITET SICH AUS

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Die UN schlagen Hungeralarm. 1996 hatte sich die Weltgemeinschaft das Ziel gesetzt, die Zahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren. Nach ersten Erfolgen steigt die Zahl nun jedoch wieder deutlich an. Die Zeiten, in denen solche Nachrichten mit dem Ruf nach mehr Entwicklungshilfe verbunden waren, sind indes vorbei. Auch die UN haben erkannt, dass schon viel erreicht wäre, wenn die vorhandenen Gelder besser verteilt würden – an Regierungen, die es mit dem Kampf gegen die Armut wirklich ernst meinen und konsequent in Landwirtschaft, Bildung und Gesundheit investieren. Mancherorts ist sogar weniger mehr. Zum Beispiel in Afghanistan: Nach Dürren und Bürgerkrieg haben die Bauern in diesem Jahr Rekorderträge vorzuweisen. Doch da auch das Welternährungsprogramm der UN weiter Lebensmittel liefert, sind die Preise auf den lokalen Märkten im Keller. Die einheimischen Landwirte werden also kaum etwas verdienen – und im nächsten Jahr vielleicht lieber Schlafmohn für Opium anbauen. Ihre Landsleute in den Städten bleiben weiter auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen. uls

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