Telekom spitzelte bei der Post : Hörschaden

Nun gibt es eine Zahl: 55 Menschen hat die Telekom bespitzelt. Damit wird das Ausmaß der Ausforschung deutlicher. Zugleich gewinnt die Affäre noch eine weitere Dimension hinzu.

Corinna Visser

Dass Aufsichtsräte des Konzerns ausspioniert wurden, ist bereits ein ungeheuerlicher Vorfall. Dass man sich über Verräter ärgerte, die interne Informationen nach außen gaben, ist zwar nachvollziehbar. Dass man bei der Wahl der Mittel nicht nur gegen Gesetze verstoßen, sondern auch das Vertrauen in den Konzern schwer beschädigt hat, muss inzwischen jedem im Unternehmen bewusst sein. Doch dass auch Gewerkschafter ausspioniert wurden, die mit der Telekom nichts zu tun hatten, zeugt von einem anderen Geist: Wer das tat, kann sich nicht damit herausreden, er habe Schaden vom Unternehmen abwenden wollen. Der frühere Verdi-Vorstand Büttner saß im Aufsichtsrat der Post – und nicht dem der Telekom. Der Verdacht liegt nahe, dass Klaus Zumwinkel seine damalige Doppelfunktion als Post-Chef und Telekom-Aufsichtsratsvorsitzender in perfider Weise missbraucht hat. Das wäre eine neue Ungeheuerlichkeit. vis

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