Telekom und Verdi : In die Knie

Nach wochenlangem Ringen haben Telekom und Verdi sich geeinigt. Das magere Ergebnis für die Telekom-Beschäftigten: Vier Stunden pro Woche mehr arbeiten für 6,5 Prozent weniger Lohn. Ein erfolgreicher Streik sieht anders aus.

Mehr als fünf Wochen Streik, an vielen Tagen gingen mehr als 15 000 Telekom-Mitarbeiter auf die Straße – und jetzt das: Die Beschäftigten sollen vier Stunden in der Woche länger arbeiten, und das Gehaltsniveau in den neuen Servicegesellschaften sinkt um 6,5 Prozent. Ein erfolgreicher Streik sieht anders aus. „Bitter“ nennt Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder die Erhöhung der Wochenarbeitszeit. Zu Recht. Erreicht hat er immerhin, dass die betroffenen Mitarbeiter ab Juli und für 18 weitere Monate nicht weniger Geld in der Tasche haben und dass ihre Jobs bis Ende 2012 sicher sind. Das ist eine lange Zeit. Allerdings hat auch die Arbeitgeberseite zurückstecken müssen, schließlich wollte die Telekom zunächst zwölf Prozent weniger zahlen und die Gehälter stärker vom Unternehmenserfolg abhängig machen. Doch das Ziel, wenigstens 500 Millionen Euro im Jahr zu sparen, ist erreicht. Das ist ein wichtiger Schritt. Aber er wird nichts nützen, wenn der Service nicht wie versprochen besser wird. Erst dann wird es klare Sieger geben: das Unternehmen, die Mitarbeiter und die Kunden. vis

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