Meinung : Tempelhofer Feld so lassen, wie es ist

„Weltgeschichte – auf Karaoke-Niveau“ von Bernhard Schneider und Ernst Elitz vom 13. Oktober

Waren die Autoren denn schon einmal auf dem Tempelhofer Feld unterwegs, zu Fuß, auf Rollern oder auf dem Fahrrad? Dann müssten sie wissen, dass genau das Gefühl von Sehnsucht und Freiheit, das sie beschwören, derzeit auf dem ehemaligen Flughafen erfahrbar ist. Der große architektonische Entwurf ist bereits verwirklicht, der Geschichte dieses Flughafens kann man nicht besser gerecht werden, als wenn man ihn genauso lässt und bewahrt, wie er jetzt ist. Wie viele Städte Europas haben in ihrer Mitte einen Ort wie diesen, wie viele Metropolen haben in ihrem Zentrum eine Fläche, auf der man die Natur und das Wetter so unverfälscht spüren, auf der man eine Weite greifen kann, die sonst auf Berggipfeln oder tatsächlich über den Wolken wahrnehmbar ist? Und auf der man gleichzeitig von jedem Punkt aus die historische Architektur des Flughafens realisieren kann? Wenn der Tempelhofer Flughafen für Freiheit steht und die Nachnutzung das transportieren soll, gibt es für alle Planer und Verantwortliche nur ein Credo: Enttäuschen Sie Kleingärtner und Wohnungsbauer, aber auch die großen Architekten: Lassen Sie um Himmels willen das Tempelhofer Feld so, wie es ist.

Liane Czeremin, Berlin-Kreuzberg

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