Tempo 30 in Berlin : Langsam, aber schnell!

Der Name ist Programm? Im Fall des „Verkehrssicherheitsprogramms“ des Berliner Senats lässt sich das leider nicht sagen. Das wurde 2005 zum ersten Mal eingeführt. Weniger Unfälle, weniger Verletzte, weniger Tote im Straßenverkehr lautete das ehrgeizige Ziel. Erreicht wurde nur Letzteres, die Zahl der Unfalltoten sank von 71 auf 39 im vergangenen Jahr. Die Zahlen der Unfälle und der Verletzten hingegen sind seitdem gestiegen. Daraus könnte man folgern, dass das bisherige Programm falsch war. Verkehrssenator Michael Müller sieht das anders. Sein neues Programm namens „Berlin Sicher Mobil 2020“ ist im Wesentlichen eine Fortsetzung des bisherigen. Substanzielle Veränderungen? Höchstens in homöopathischen Dosen. So erwäge man zwar, die Zahl der Tempo-30-Zonen auszuweiten, wolle aber keine umfassende Beschränkung – wohl auch aus Angst vor der mächtigen Autolobby. Dabei lässt sich kaum leugnen, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung einer der wirksamsten Hebel zur Vermeidung schwerer Unfälle ist. Nur Mut, Herr Müller! Sonst sieht die nächste große Bilanz zur Verkehrssicherheit im Jahr 2020 ähnlich dürftig aus wie die jetzige. lvt

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