Meinung : Terminator noch nicht am Ende?

SKANDAL UM SCHWARZENEGGER

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Was für eine Schlagzeile! Im liberalsten Land der Welt will ein Österreicher Führer werden, wird aber von seiner Vergangenheit eingeholt, weil er Hitler verehrt hat. Allerdings wurde die Geschichte etwas zugespitzt. Denn der Österreicher ist längst Amerikaner, er will nicht Führer, sondern Gouverneur von Kalifornien werden, und ob er wirklich Hitler verehrt hat, ist nicht geklärt. Im Zentrum der Kontroverse steht Arnold Schwarzenegger. In den Umfragen liegt der Republikaner weit vorn. Am kommenden Dienstag wird abgestimmt. Kalifornien ist ein Herzland der Demokraten. Wenn sie dort verlieren, wäre das mehr als ein Debakel. Es wäre eine nationale Schmach. Deshalb fahren sie ihre ganze Prominenz auf, um noch zu retten, was nicht mehr zu retten scheint. Fast alle Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur plus Hillary und Bill Clinton springen dem grauen, glücklosen Gouverneur Gray Davis bei und warnen vor der konservativen Machtergreifung. Auch die führende Zeitung Kaliforniens, die „Los Angeles Times", wettert inbrünstig gegen den Filmstar und wühlt tief in dessen Vergangenheit. Erst entlarvte sie Schwarzeneggers Vater als überzeugten Nazi, jetzt hat sie ein Dossier veröffentlicht, das den Sohn der notorischen Busengrabscherei und sexuellen Belästigung bezichtigt. Zeitgleich wurde ein frühes Zitat Schwarzeneggers veröffentlicht, in dem er Hitler für dessen demagogische Begabung bewundert haben soll. Das sind Vorwürfe, die in Amerika normalerweise jeden Kandidaten erledigen. Doch Arnold ist anders, Kalifornien ist anders, und Hollywood liebt seine Skandale. Gut möglich, dass die Wähler am Dienstag zu dem Ergebnis kommen: Jetzt erst recht. mal

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