Terror und Gegenwehr : Gesetze des Handelns

Al Qaida ist real. Die Möglichkeiten der Terroristen und ihr Wille zur Zerstörung fortschrittlicher Gesellschaften, nicht zuletzt Israels, sind ungebrochen. Wir müssen wachsam sein.

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Neue Anschläge drohen jederzeit, jawohl, jederzeit und überall im Westen. Es wird auf manchen wie eine dem Wahlkampf geschuldete Geste des amerikanischen Präsidenten wirken, dass er die Postbomben zur Chefsache erklärt, dass er persönlich die Bedrohungslage erläutert – angemessen ist es dennoch. Erstens, weil die Seele seines Landes noch immer tief verletzt ist von den Anschlägen vom 11. September, zweitens, weil der Terror eine Geißel moderner Gesellschaften ist, und drittens, weil im Namen des Kampfes gegen ebendiesen Terror Kriege geführt werden. Kriege, die die zivilisierten Staaten viele Menschenleben kosten.

Und nun sind auch noch weitere 26 Pakete im Jemen entdeckt worden, die per Luftfracht zu jüdischen Organisationen hätten gelangen sollen, um diese in die Luft zu sprengen. Das erinnert an apokalyptische Visionen wie jene vom „Fünften Reiter“; daran, dass in Großstädten einfach ein Aktenkoffer mit einer Bombe abgestellt werden könnte. Eine Vision – aber keine, derenthalben ein Arzt konsultiert werden muss. Al Qaida ist real. Die Möglichkeiten der Terroristen und ihr Wille zur Zerstörung fortschrittlicher Gesellschaften, nicht zuletzt Israels, sind ungebrochen.

Wachsam zu sein, wie es der deutsche Verteidigungsminister zu Recht rät, heißt, sich sehenden Auges der Wirklichkeit zu stellen. Sich der Lage bewusst zu sein, fordert, sie bewusst zu machen. Das ist verantwortlich. Die Behörden auch hierzulande haben sich auf die Gefahren eingestellt, die Parlamente haben „Sicherheitspakete“ verabschiedet, die Mittel zur Gegenwehr sind modernisiert. Das war nötig. Die Gefährdungslage ist nicht unverändert, sondern akut, und die Vorsicht gebietet, das Netz der Sicherheit zu aktivieren. Daneben müssen sich die Verantwortlichen aber in der Tat immer wieder befragen (lassen), was angemessen ist. Das ist auch ein Gesetz des Handelns. Im Namen der Zivilität.

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