Textilien aus Bangladesch : Schuld und Gewissen

Das war überfällig. Drei Wochen nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch mit mehr als 1000 Toten haben über 30 Handelskonzerne nun ein Abkommen zum Schutz der Arbeiter unterzeichnet. In den nächsten fünf Jahren wollen sie die Bedingungen in den Fabriken vor Ort überprüfen. Arbeiter und Manager sollen für den Ernstfall geschult, über Schutzmaßnahmen aufgeklärt werden. Endlich! Denn zu lange konnten sich die westlichen Konzerne herausreden. Gab es einen Brand oder stürzte ein Gebäude ein, sagten sie: Wir sind die Guten – Schuld haben die Fabrikanten in Bangladesch. Dabei sind es die westlichen Konzerne, die die Fabrikanten beauftragen. Sie sind es, die um jeden Preis billige Produkte noch billiger machen wollen. Doch Verantwortung tragen nicht nur die Konzerne, sondern auch wir, die Verbraucher in den Industriestaaten. Solange wir für ein T-Shirt oder eine Hose nur ein paar Euro zahlen wollen, wird die Unterschrift auf einem Abkommen die Lage der Arbeiter in den Textilfabriken nicht verändern. Denn die Konzerne verkaufen, was wir nachfragen. Und wenn Bangladesch aufgrund höherer Standards morgen zu teuer ist, ziehen sie weiter. cne

Seiten 1 und 15

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