Toilettengate der Linken : Der Ruch des latenten Antisemitismus

Drei Israel-Kritikerinnen der Linken lassen zu, dass Gregor Gysi von Israel-Gegnern bis auf die Toilette verfolgt wird. Das Mindeste war die Entschuldigung, das Beste allerdings wäre, dass die Abgeordneten ihr Bundestagsmandat zurückgeben. Ein Kommentar.

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Erleichterung sieht anders aus.
Erleichterung sieht anders aus.Foto: dpa

Und hier berühren sich die Ränder, links und rechts. Sage keiner, nur die AfD, die „Alternative für Deutschland“, habe da so ihre Probleme – die Linkspartei und der Antisemitismus sind auch immer wieder ein Thema. Alte Vorbehalte wurden dieser Tage bestätigt, und die Partei sieht sich nicht zu drakonischen Maßnahmen genötigt? Das kann noch extreme Auswirkungen haben, im Bund wie in den Ländern.

Toilettengate, nennen wir es einmal so, was Fraktionschef Gregor Gysi widerfuhr. Die als Israelkritiker bekannten Parlamentarierinnen Annette Groth, Heike Hänsel und Inge Höger hatten die beiden israelfeindlichen Publizisten Max Blumenthal und David Sheen im Bundestag begrüßt, zum Unwillen Gysis. Diese verfolgten ihn dann bis auf die Toilette, weil er nicht mit ihnen reden wollte. Gysi musste zornig werden, um sie loszuwerden.

Die inzwischen erfolgte Entschuldigung der drei Parlamentarierinnen für die Folgen der Einladung reichen nicht. Denn der letztgültige Nachweis politischer Kultur ist das nicht. Mag Gysi in seiner Fraktion eine Mehrheit für die Erklärung durchsetzen, dass die Linke für das Existenzrecht Israels eintritt – den Ruch des latenten Antisemitismus wird sie damit nicht los. Immer neue Vorfälle und umstrittene Aktionen, so zum Beispiel einseitig pro Hamas, beleben den Verdacht der Unkultur.

Das Mindeste war die Entschuldigung, das Beste allerdings wäre, dass die Abgeordneten ihr Bundestagsmandat zurückgeben. Denn was im Bund geschieht, kann doch die Koalitionsperspektiven auch in Ländern verbauen. Wie sollen Sozialdemokraten und Grüne mit Gestrigen für ein gutes Morgen sorgen? Da bleibt keine Alternative.

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