Tote in Afghanistan : Kabul ist nicht Bagdad

Die eine Bluttat war genau geplant, die andere ein bedauernswertes Versehen – doch in ihrer Wirkung dürften der Bombenanschlag auf den Polizeibus in Kabul und der US-Luftangriff, bei dem sieben Kinder starben, den Wiederaufbau Afghanistans in ähnlicher Weise schwächen. Jede Mordtechnik und Destabilisierungsstrategie aus dem Irak probieren islamistische Terroristen mit höchstens anderthalb Jahren Verspätung auch in Afghanistan aus. Die Wirkung ist verheerend, aber von einer Entwicklung wie im Irak ist das Land am Hindukusch noch weit entfernt. Ganze Regionen bleiben relativ stabil, es gibt spürbare Fortschritte bei der medizinischen Versorgung und in der Bildungsarbeit – nicht zuletzt für Frauen. Und anders als im Irak, wo der Hass der Volksgruppen untereinander die Gewalt immer weiter eskalieren lässt, halten in Afghanistan nur kleine Bevölkerungsgruppen aus Überzeugung zu den Attentätern. Umso wichtiger wäre es, dass das US-Militär endlich seine vielen Versprechungen wahrmacht und im Antiterrorkampf Zivilisten schont. Es geht nicht nur um Humanität. Denn jedes falsche Opfer beschert den Taliban einen kleinen Sieg.hmt

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben