Touristen in Berlin : Hereinspaziert!

Wieder ein Rekordjahr. Berlins Hotels und Pensionen zählten im vergangenen Jahr so viele Übernachtungen wie noch nie: 22,4 Millionen. 30 Millionen sollen es nach dem Willen der neuen Wirtschaftsenatorin Sybille von Obernitz im Jahr 2020 sein. Gut, dass sie dieses Ziel so klar formuliert hat. Die Aussage signalisiert internationalen Investoren, Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften, dass Berlin noch lange nicht die Nase voll hat von seiner Rolle als Gastgeber – unabhängig davon, ob Obernitz damit jedem Berliner aus dem Herzen spricht. Ihre Parole vom Wachstum relativiert wohltuend die Botschaft, die die im Koalitionsvertrag angekündigte City-Tax bei Reiseveranstaltern und Berlin-Reisenden hinterlassen haben dürfte. Anwohnerinitiativen, die sich reflexartig gegen die Eröffnung eines Hostels wehren, oder Stammtischgäste, die über Briten, Italiener oder Schwaben lästern, die staunend durch diese Stadt spazieren, sollten sich die Frage stellen, was Berlin ohne seine Touristen wäre: noch ärmer und weniger sexy! Mancher scheint zu vergessen, dass Berlin seine Größe und Kraft, ja seine Existenz vor allem seinen Gästen verdankt – denen, die nur für ein paar Tage kommen, und denen, die auf ewig bleiben. kph

Seiten 1 und 17

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