Meinung : Trittin contra Meyer: Mit dem Baseballschläger argumentiert

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Ein Skinhead ist Laurenz Meyer also. Wenn man Jürgen Trittin glauben will. Der CDU-Generalsekretär habe die Mentalität rechter Schläger. Das ist natürlich starker Tobak, und man kann dem Umweltminister nur zurufen: halblang! Dass Rotgrüne Konservative als Rechtsradikale beschimpfen, ist natürlich nicht neu. Trittins erregte Wortwahl fällt indes nicht vom Himmel, sie stammt vom Stuttgarter Parteitag. Dort haben die Grünen ihr vernünftiges Zuwanderungskonzept durch eine realitätsblinde Maximalforderung entwertet: das Zurück zum alten Asylrecht. Natürlich hat da die Union gleich Zeter und Mordio geschrien - und nicht nur sie. Natürlich fühlen die Grünen sich missverstanden. Jetzt hat sich die Aufregung ordentlich hochgeschaukelt, und die Fetzen fliegen. Das ganze Ritual aus selektiver Fehlinterpretation, Frontalangriff, Gegenattacke und Entschuldigungsforderungen bietet einen kleinen Vorgeschmack auf die Tonlage, die uns alle erwartet, falls der Umgang mit der Zuwanderung tatsächlich zu einem Hauptthema im Bundestagswahlkampf 2002 werden sollte. Wobei interessant ist, dass Meyer von einem vielstimmigen Chor in der CDU verteidigt wird, nur nicht von der Chefin. Angela Merkel praktiziert erzieherisches Zappelnlassen. Das ist die Rache für das Renten-Bild von Schröder hinter Gittern. Gut nur, dass Trittin nicht gleich ein Plakat gedruckt hat, das Meyer mit kahlem Kopf, Baseballschläger und Springerstiefeln zeigt.

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