Meinung : Tropisch, nicht utopisch

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Die Südsee liegt in Brandenburg, nicht fern von Berlin. Jedenfalls ab kommenden Sonntag. Vergesst den Winter: Vom feinen Sandstrand mit Palmen geht’s ins wohlfühlwarme Wassser und danach lockt der Regenwald mit tropischen Danceshows – und alles unterm Dach. Dem weltgrößten Dach, selbstverständlich, für ein in Deutschland einzigartiges Projekt. An Superlativen geizt man jedenfalls nicht in Brand, wo vor zwei Jahren der hochfliegende Traum vom Bau der weltgrößten Zeppeline abstürzte. Und jetzt der nächste Luftballon? Bald sollen zwei Millionen Menschen jährlich kommen, um rund ums Jahr die Tropen zu erleben, sagt der Investor. Kann man den Brandenburgern denn wirklich jedes Hirngespinst verkaufen? Schließlich hat die Pleite mit der nie gebauten Frankfurter Chipfabrik oder die seit Jahren um den Konkurs kreiselnde Rennstrecke in der Lausitz die Wirtschaftspolitik des Landes schon genug in Verruf gebracht. Und nun soll es klappen? Ja, vielleicht kann es diesmal klappen. Weil tropisch nicht utopisch bedeuten muss. Das Dschungelcamp hat jedenfalls schon jetzt fast 400 Arbeitsplätze geschaffen, und die Hotels in der weiteren Umgebung melden ausgebuchte Zimmer. Ein Risiko bleibt sicherlich. Doch eines ist klar: Die Schwerindustrie kehrt nimmermehr zurück nach Brandenburg. Doch die Kombination von Hauptstadtattraktionen, die in diesem Jahr eine Rekordzahl von Touristen anlockten, und tropischem Badespaß zur Entspannung kann eine erfolgreiche Mischung sein. gn

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