Meinung : Türkei: Triumph mit Schatten

Mit einem neuen Amnestie-Angebot will die Türkei die Endphase in der Auseinandersetzung mit der Kurdenorganisation PKK einläuten. Die Aussicht auf Strafminderung soll selbst die PKK-Anführer dazu bringen, sich zu stellen. Da viele PKK-Mitglieder in der europäischen Diaspora leben, fordert Ankara selbstbewusst die Mithilfe Europas ein: ein Zeichen dafür, wie sehr die Türkei seit den Anschlägen von New York moralischen Rückenwind verspürt. Auch die PKK selbst sieht den 11. September als Wendepunkt. Ihre Entscheidung, ihren Namen aufzugeben und sich so von der Vergangenheit als Guerilla-Gruppe zu distanzieren, begründet die Organisation ausdrücklich mit der veränderten Weltlage. Doch die Auswirkungen lassen sich nicht auf die Formel "Triumph für Ankara" im Kurdenkonflikt verkürzen. Die Lehre im Kampf gegen den internationalen Terrorismus gilt auch hier: Der Sieg über den Gegner genügt nicht - die Wurzeln des Problems müssen angepackt werden. Das kann für den Sieger recht mühsam sein. Die Türkei kann sich nicht mehr hinter dem Schutzschild "Anti-Terror-Kampf" verstecken, sie muss sich heiklen Fragen nach den kulturellen Rechten der Kurden stellen. Noch ist Ankara dazu nicht bereit. sei

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