Türkei und Nordirak : Rückzugsgebiet

Die USA, die EU und die Nato fordern von der Türkei, sie solle auf eine Militärintervention in Nordirak verzichten, mit der Ankara gegen die kurdischen PKK-Rebellen im Nachbarland vorgehen will. Die Bekämpfung eines politischen Problems wie des Kurdenkonflikts in der Türkei mit militärischen Mitteln ist zwar immer auch ein Armutszeugnis der Politik. Doch westliche Politiker machen es sich mit ihren Maßhalteappellen zu einfach. Die PKK kann in Nordirak ihre Angriffe in der Türkei planen, ihre Kämpfer ausbilden und sich Waffen, Munition und Sprengstoff beschaffen. Und das seit Jahren. Man kann türkischen Politikern vorwerfen, in dieser Zeit zu wenig für eine politische Lösung des Kurdenproblems in ihrem Land getan zu haben. Das entbindet Iraker und Amerikaner aber nicht von der Pflicht, die PKK so gut es geht an Angriffen in der Türkei zu hindern. Das würde eine türkische Intervention überflüssig machen. Bisher sieht es aber nicht danach aus, als würde das bald geschehen. Der Einfluss des Westens und besonders der irakischen Besatzungsmacht USA auf die Türken wiederum ist begrenzt. Der amerikanische Botschafter in Ankara wurde kürzlich gefragt, wie denn die USA wohl reagieren würden, wenn Rebellen von Mexiko oder Kanada aus Anschläge in amerikanischen Grenzprovinzen verüben sollten. Der Diplomat wollte darauf lieber nicht antworten. sei

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