Meinung : Turmbau mit Truman

„Luxussiedlung auf dem Rummelplatz“

vom 5. März

Wesentliche Kritikpunkte bleiben unerwähnt: So etwa die um 50 Prozent vergrößerte Baumasse gegenüber der alten Planung, der Turmbau mit sechs Stockwerken innerhalb der sonst in Dahlem verbindlichen Vorgartenzone, die Aufgabe eines städtischen Grünstreifens für die notwendigen Center-Parkplätze, die nicht schlüssige Verkehrsanbindung an einer Haupteinfallstraße Richtung Zentrum und die fast vollständige Bodenversiegelung im Areal. Beim letzten Punkt ist beispielsweise bemerkenswert, dass die alte Planung u. a. aufgehoben wurde, um die Bodenversiegelung zu begrenzen. Nach dieser alten Planung war eine 30-prozentige Bebauung vorgesehen. Daneben wären weitere zehn Prozent für zum Beispiel Garagen möglich gewesen.

Jetzt sollen aber bis zu 80 Prozent, teilweise gar 90 Prozent über- und unterbaut werden. Diese Unterscheidung zwischen Überbauung und sogenannten Nebenanlagen ist wichtig für den verantwortlichen Baustadtrat Stäglin. Nur mit dieser differenzierten Betrachtung lässt sich die geänderte Planung als beschleunigtes Verfahren ohne verbindliche Umweltprüfung durchziehen. Gegenüber der BVV wurde argumentiert, dass der hierfür relevante Schwellenwert von 20 000 Quadratmetern Grundfläche nicht überschritten werde. Zusammen mit den Nebenanlagen beträgt die bebaubare Fläche jedoch fast 40 000 Quadratmeter. Wer hier ausgetrickst werden soll, ist nachvollziehbar. Fragt sich nur, warum. Dr. Andreas Hessberger,

Berlin-Dahlem

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