Meinung : Über den Wolken

„Mit Verspätung“ vom 16. August

Der Bericht zur geplanten Schlichtungsstelle für den Luftverkehr ist leider in mehrfacher Hinsicht irreführend. Faktisch falsch ist vor allem die darin vertretene Darstellung, dass die „Airlines nicht mitmachen“. Korrekt ist, dass die Einrichtung einer Schlichtungsstelle von der Luftverkehrsbranche sogar aktiv unterstützt wird. Die deutsche Luftfahrt ist so auch engagiert an den Gesprächen des Bundesjustizministeriums zur Vorbereitung einer Schlichtungsstelle beteiligt. Ziel der Luftfahrt ist hierbei, eine Schlichtungsstelle zu schaffen, die im Interesse der Passagiere neutral, transparent, zielführend und kosteneffizient ihre Aufgabe erfüllen kann. Von Verweigerungshaltung kann hier keine Rede sein. Im Gegenteil: In einer Branche, die von starkem Wettbewerb geprägt ist, ist die Zufriedenheit der Fluggäste das primäre Ziel der deutschen Luftverkehrsunternehmen.

Ihr Bericht vermittelt ebenfalls fälschlicherweise den Eindruck, dass ein hoher Anteil der Passagiere mit dem Service der deutschen Fluggesellschaften unzufrieden ist. Tatsächlich aber belegen die von Ihnen selbst genannten Beschwerdezahlen, dass das Gegenteil der Fall ist. Bitte rechnen Sie selbst: Rund 167 Millionen Passagiere reisen jährlich mit Flugzeugen von deutschen Flughäfen aus. In Ihrem Bericht zitieren Sie 4788 sogenannte „Anfragen“ an das Luftfahrtbundesamt, deren Sachverhalte als Beschwerden nicht einmal geklärt sind. Das sind 0,003 % der Gesamtzahl aller Reisenden. Nimmt man die von Ihnen genannte Zahl von 1900 angeblichen Beschwerden an die SÖP, so liegt der Anteil bei 0,001 %. Das bedeutet im Umkehrschluss: 99,997% bzw. 99,991 % der Fluggäste im deutschen Luftverkehr sind mit dem Service der deutschen Luftfahrt zufrieden. Wir fragen uns: Hat der Tagesspiegel ähnlich gute Quoten, was die Zufriedenheit seiner Kundinnen und Kunden angeht?

Klaus-Peter Siegloch, Präsident, BDL, Berlin-Mitte

0 Kommentare

Neuester Kommentar