UN-Friedenstruppe im Kongo : Vorgeführt

Diplomatie ist eine feine Sache. Doch dass die Zivilbevölkerung in der Provinz Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit Diplomatie zu schützen ist, darf bezweifelt werden. Zwar gibt es im Kongo die größte Blauhelmtruppe aller Zeiten. Doch die 17 000 Friedenssoldaten sind mit dem Schutz der Zivilbevölkerung überfordert. Denn es lodert nicht nur in Nord-Kivu, auch in einer nördlich angrenzenden Provinz treiben Rebellen aus Nord-Uganda ihr Unwesen. In Nord-Kivu sind die Menschen nicht nur von der Tutsi-Miliz des desertierten Generals Laurent Nkunda bedroht. Dort brandschatzen und vergewaltigen auch noch Hutu-Rebellen, die seit dem Völkermord im Nachbarland Ruanda im Ostkongo kämpfen. Die Täter kommen oft auch aus der kongolesischen Armee. In dieser Situation braucht die UN-Truppe jede Unterstützung, die sie kriegen kann. Wenn die Schnelle Eingreiftruppe der Europäischen Union den UN beim Schutz der Zivilbevölkerung helfen kann, dann sollte sie schnell in Bewegung gesetzt werden. Ohne diesen Schutz werden die Menschen weiter gejagt, getötet, vergewaltigt werden oder auf der Flucht verhungern. Es wäre nicht das erste Mal, dass das im Osten Kongos passiert. Wenn es den UN und der EU mit dem Schutz der Zivilbevölkerung ernst ist, reichen diplomatische Appelle jedenfalls nicht aus. deh

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