UN-Klimachef tritt zurück : Böse Ahnung

Kalt erwischt: Mit dem Rücktritt von Yvo de Boer als UN-Klimachef sind die Chancen für ein Abkommen im Dezember weiter gesunken.

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Die Chancen für ein Klimaabkommen im Dezember in Mexiko sind mit dem Rücktritt von Yvo de Boer als Chef des UN-Klimasekretariats in Bonn weiter gesunken. Zur Begründung sagt de Boer, die „wirklichen Lösungen müssen von der Wirtschaft kommen“. Und dorthin zieht es den Niederländer jetzt. Auf seinem Posten fühlte er sich zuletzt verloren – und kaltgestellt. Denn UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sein persönliches Schicksal eng mit den Klimaverhandlungen verbunden. Gelänge es den Vereinten Nationen, einen Klimavertrag zu präsentieren, wäre sowohl die Bedeutung der Weltorganisation bewiesen als auch seine eigene, meint Ban. Also hat er sich mit einem eigenen Klima-Beraterstab umgeben und Entscheidungen getroffen, ohne sich mit dem Klimasekretariat abzustimmen. Erst in der vergangenen Woche etwa berief er Gordon Brown und Meles Zenawi, um Finanzmittel gegen den Klimawandel zu akquirieren. Was ihn dabei geritten hat, bleibt Bans Geheimnis. Der britische Premier dürfte vor der Abwahl stehen. Und sein äthiopischer Kollege lässt im Mai wählen, hat aber mögliche Gegenkandidaten ins Exil getrieben oder ins Gefängnis gesperrt. Was Yvo de Boer davon hält, hat er nicht mehr ausgesprochen. deh

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