Meinung : UN-Schutztruppe: Im Schneckentempo

hmt

Zum Thema Dokumentation: Kampf gegen Terror
Fotos: Osama Bin Laden, Krieg in Afghanistan
Fast in letzter Minute hat der UN-Sicherheitsrat noch eine Lösung für die Schutztruppe für Afghanistan gefunden. Schon am Samstag soll die Übergangsregierung unter Hamid Karsai in Kabul die Arbeit aufnehmen. Kurios bleibt, dass sich die Vertreter verfeindeter afghanischer Gruppen nach zwei Jahrzehnten Krieg schneller auf die Übergangsregierung einigen konnten als die Europäer auf die UN-Schutztruppe. Daran haben viele ihren Anteil. So torpedierte das britische Vorpreschen eine gemeinsame Politik. Aber auch die Bundesregierung schien nicht gut beraten, als sie darauf bestand, die US-Operation und die Friedenstruppe müssten streng getrennt werden. Ganz offensichtlich wird die Internationale Schutztruppe von den Fähigkeiten und notfalls vom Schutz der Amerikaner abhängig bleiben. Deutschland konnte seine Forderungen nur teilweise durchsetzen. Eine Verweigerung kommt trotzdem nicht in Frage - weil Berlin den Afghanen weiterhin helfen will, aber auch weil sich die deutsche Außenpolitik auf dem Weg zu größeren Aufgaben nicht blamieren darf.

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