Meinung : Unbelehrbar

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Er bleibt unbelehrbar und er wird nach der Haft vermutlich genauso hetzen wie zuvor. Trotzdem ist das Urteil, das die Mannheimer Richter am Donnerstag gegen den Holocaust-Leugner Ernst Zündel verhängt haben, nicht zwecklos. Zündel hat die Strafe von fünf Jahren verdient, ohne jeden Zweifel. Wer die Opfer des millionenfachen Mordes der Nazis an den Juden als Fantasieprodukte verunglimpft und damit versucht, das braune Terrorregime zu entlasten, hat die Grenzen der Meinungsfreiheit weit überschritten. Auch wenn das die Holocaust-Leugner nicht wahrhaben wollen. Wäre Meinungsfreiheit schrankenlos, würde sie zwangsläufig Hassparolen jeder Art legitimieren und die Würde des Menschen verletzen. Das gilt auch für die Forderung der Holocaust-Leugner, eine „unabhängige“ Untersuchung der Vernichtungslager zuzulassen. Und sie führte sich selbst ad absurdum: Die historisch gesicherten Tatsachen des Holocaust sind so erdrückend, dass weitere Recherchen zwangsläufig zum gleichen Ergebnis kommen. Außerdem ist es schlicht falsch, dass in der Demokratie nicht über den Holocaust debattiert und weiter geforscht wird. Die Revisionisten von rechts außen nehmen das nicht zur Kenntnis und igeln sich lieber in ihrem mentalen Paralleluniversum ein. fan

Seiten 1 und 5

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