Meinung : Und er bewegt sich doch

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Es geht also: „Brutalen Druck“, soll Präsident Bush ausgeübt haben. So musste Scharons Kabinett letztlich dem US-Vorschlag zustimmen, der ein Ende der Belagerung von Arafats Regierungssitz vorsieht. Kreativität war gefragt, schließlich hatten die Israelis auf der Auslieferung der Mörder von Tourismusminister Rechavam Seewi bestanden. Die waren zwar samt Finanzminister Fuad Schubaki und PLFP-Führer Ahmed Saadat von einem von Arafat eingerichteten Ad-hoc-Gericht verurteilt worden. Doch die Israelis wollten sich nicht darauf verlassen, dass die Palästinenserbehörde die Verurteilten tatsächlich im Gefängnis behalten würde. Nun sollen sie von Amerikanern und Briten bewacht werden und Arafat darf sich wieder frei bewegen. Der Streit um die UN-Kommission hatte Israel so in die Defensive gebracht, dass Scharon sich Renitenz gegenüber Bush nicht mehr leisten konnte. Abermals wird deutlich: Nur die USA verfügen über die nötigen Druckmittel, um Scharon weichzukochen. Und nur mit Hilfe von Dritten, die getroffene Abmachungen vor Ort absichern, geht es voran in Nahost. So gesehen könnte die Entsendung amerikanischen und britischen Sicherheitspersonals der erste Schritt sein hin zu einer multinationalen Truppe, die eine Entflechtung der Konfliktparteien überwacht. Die wird es aber nur geben, wenn beide Seiten solch einer Maßnahme zustimmen. Und sei es unter „brutalem Druck“. clw

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