Meinung : Ungebührlich

„Das wird kein Kinderspiel“ vom 21. Juni

Richtig ist, dass in erster Linie die Berliner Kinder einen Anspruch auf einen Kitaplatz in dieser Stadt erhalten sollen, doch man muss es differenzierter sehen.

Keine Brandenburger Eltern melden mal eben so zum Spaß ihr Kind in einer Berliner Kita an. Nein, denn bei diesem Vorgang werden sie kräftig zur Kasse gebeten. Es ist auch jedem klar, dass Berlin die Plätze nicht kostenlos für Brandenburger Kinder anbieten kann. Deshalb überlegen sich Brandenburger Eltern sehr genau, ob sie die Zuzahlungen in Höhe von oder über 200 Euro monatlich auf sich nehmen können und möchten.

Dass ein Kind aus Brandenburg in Berlin einen Kitaplatz braucht, hat ganz andere Gründe, z. B. einen Umzug in der Kitazeit, wobei die Eltern das Kind nicht noch zusätzlich aus seiner gewohnten Umgebung herausreißen möchten. Aber selbst da gebärden sich die Jugendämter ungebührlich, oder es ist schon ein Kind in der Kita und die Eltern bekommen in Brandenburg nicht für beide einen Platz, so dass sie den zweiten Platz in Berlin in der gleichen Kita wie das Geschwisterkind brauchen.

Ich bin selber betroffen von diesem Bürokratiewahnsinn, der trotz des Staatsvertrages unglaublich ist. Und dann geht man in Brandenburg auf die Suche und bekommt oft zu hören: „Sie haben einen Platz in Berlin? Dann behalten sie ihn bloß, denn bei uns sieht es nicht besser aus.“ Als verzweifelte Mutter denkt man nur: Armes kleinkariertes Deutschland!

Monika Marth, Berlin-Steglitz

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