Meinung : Unglaublich

-

E s ist kaum zu glauben. Lange wird es vielleicht nicht mehr dauern, so lassen sich jedenfalls die Zeichen der Zeit deuten, und der Vatikan könnte zulassen, dass Kondome benutzt werden. Nun, nicht gleich von allen überall, aber doch immerhin von denen, die HIV-infiziert sind. Die Zahl der Kardinäle, die unwidersprochen so reden und die Hoffnung nähren, wächst, sie werden noch dazu angeführt von einem gewesenen Papstkandidaten, dem liberalen Mailänder Martini. Ja, und vielleicht steht dahinter der Papst der guten Worte, Benedikt. „Deus caritas est“, wer danach handeln will, der kann nicht überhören und übergehen, was die Bischöfe im gepeinigten Afrika der Kurie in Rom schon lange predigen. Der wird sich ihrem Wunsch nach liebevollem Pragmatismus nicht verschließen (können). Und hat man in Deutschland in jüngster Zeit einen Bischof gehört oder wirklich wahrgenommen, der stramm die alten Positionen aus „Humanae vitae“ vertreten hätte? Das ist die Enzyklika von Papst Paul VI., „Pillen-Paul“, die den 68ern unter den Katholiken die Versöhnung mit ihrer Kirche bis heute so erschwert. Bis gestern. Denn schauen wir genau hin: In seiner ersten Enzyklika hat Benedikt zu Liebe und Sex viel gesagt – aber „Humanae vitae“ nicht zitiert. Anders als Johannes Paul. Ist das nicht auch ein Zeichen? Wenn der Papst eine Lehre nicht aufrecht erhalten will, dann redet er als Erstes nicht mehr von ihr. Die Revolution kommt leise, mit Ratzinger – wollen wir es mal glauben. Es wäre ein Segen. cas

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben