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Meinung : Unheilige Allianz

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Von Elke Windisch

Bei Menschen, deren Unterscheidungs- vermögen zwischen Gut und Böse auch nur halbwegs funktioniert, müssten sich bei Szenen wie dieser die Haare sträuben: Als im Herbst 1999 russische Truppen zum zweiten Tschetschenienkrieg ausrückten, schwenkten Priester der russisch-orthodoxen Kirche eifrig ihre Weihrauchkessel und segneten Waffen, die keineswegs nur für Sandkastenspiele gedacht waren, sondern zur Jagd auf das, was der Herr laut Altem Testament nach seinem Ebenbild geschaffen hat – Menschen.

In den Augen der russischen Öffentlichkeit offenbar eine lässliche Sünde: Tschetschenische Freischärler sind nach offizieller Sprachregelung nur Banditen, mit denen Putin kurzen Prozess machen wollte. Das scheiterte unter anderem an der mangelnden Treffergenauigkeit von Präzisionsschlägen, mit denen die Armee schon im ersten Tschetschenienfeldzug ihre liebe Not hatte.

Angesichts zahlloser Opfer unter der Zivilbevölkerung forderten internationale Beobachter denn auch wiederholt die „Verhältnismäßigkeit“ der Mittel ein. Die Sprachregelungen blieben davon weit gehend unberührt: Russische Soldaten – der Partisanenkrieg mit unklarem Frontverlauf fordert fast täglich Opfer – fallen heldenhaft, ihre Gegner – aus Moskauer Sicht Bürger des eigenen Staates – werden „vernichtet". Mit dem ausdrücklichen Segen des Klerus.

Putin hat Kritik von Seiten der – von ihrer Botschaft her eigentlich der Menschlichkeit verpflichteten – Kirche vorerst auch nicht zu befürchten: Staat und russische Orthodoxie brauchen einander wie siamesische Zwillinge. Die orthodoxe Kirche will ihren Besitzstand wahren und wird so mehr und mehr zur tragenden Säule der nationalen Staatlichkeit im postsowjetischen Russland.

Wie siamesische Zwillinge

Eines können Putin selbst seine Gegner nicht absprechen: Er hat die Gräben, die Russlands Gesellschaft seit Ende des Kommunismus spalteten, nivelliert. Obwohl das immense Einkommensgefälle, normalerweise Totengräber jeder Stabilität, fortbesteht. Der Konsens – gelegentliche Drohgebärden der Kommunisten sind bloßes Placebo für deren Stammwähler – beruht auf dem Versuch der Rückbesinnung auf Prioritäten wie Sicherheit, Omnipräsenz des Staates, niedrige, aber wieder existente soziale Mindeststandards. Konservative Werte also, die viele mangels anderer historischer Erfahrung jedoch zum positiven Erbe der Sowjet-Ära erklären.

Damit – angenehmer aber durchaus beabsichtigter Nebeneffekt – lässt sich auch Putins gelenkte Demokratie besser verkaufen. Pressefreiheit und andere bürgerliche Grundrechte hielten schon die Kommunisten für systemgefährdend und daher verzichtbar. Nur die marxistisch-leninistische Theorie ist für den Aufbau eines einigenden Staatsgebildes nicht recycelbar. Ein Weltstaat ohne Klassen-, Rassen- und konfessionelle Gegensätze ist unvereinbar mit einer nationalen Idee, die auf die Rückkehr zu imperialer Größe setzt.

Diese Ambitionen decken sich jedoch perfekt mit denen der Russisch-Orthodoxen Kirche. Ein Volk, ein Glaube, ein Herrscher gehört zu ihren unveräußerlichen Dogmen. Durchsetzen kann sie nur ein starker Staat, der gegen Konkurrenz und Abtrünnige administrativ vorgeht.

Der Staat hilft „seiner“ Kirche etwa mit Ausweisungen von katholischen Priestern oder wirtschaftlichem Druck auf die Ukraine, um deren Gemeinden unter das Moskauer Patriarchat zu zwingen. Zutiefst symbolträchtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass der neue Text der alten Stalinhymne statt des unverbrüchlichen Bundes der Unionsrepubliken nun den mit Gott be- schwört – dem der Christen wohlgemerkt. Angesichts der Tatsache, dass ein Drittel aller russischen Bürger anderer Konfession oder Atheisten sind, wandelt Putin auf bedenklich dünnem Eis.

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