Union im Tief : Die "Cleverle"-Version von Politik

Sie sinken und sinken und sinken – die Unionsparteien, und zwar in der Beliebtheit der Wähler. Nicht mehr viel, und sie haben SPD-Niveau, 30 Prozent.

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Wenn die CDU das geschafft hat, dann werden die Streitereien um Kurs, Inhalte und Führung endgültig so verlaufen wie lange bei den Genossen. Nur: Sigmar Gabriel hat einen Frank-Walter Steinmeier, der ihn mäßigt und erdet; Angela Merkel hat Volker Kauder, und der treibt und regt sie nicht an, was nötig wäre. Je näher die Wahl in Baden-Württemberg rückt, desto härter wird Stefan Mappus in Stuttgart sich gegen „die in Berlin“ richten, wenn es Erfolg verspricht. Das ist die „Cleverle“-Version von Politik, eine, wie sie vormals Lothar Späth praktizierte; und der hatte damit Erfolg. In dem Fall wird es eng für Kauder an der Spitze der Berliner Fraktion. Er war früher Stuttgarter Partei-Generalsekretär und hat ähnlich geredet. Entweder er distanziert sich dann von seiner Heimat-CDU – oder von Merkel. Beide verzeihen aber so was nicht. Das kann noch interessant werden in den kommenden Monaten. Zumal im Verhältnis zur FDP, deren Fraktion ebenfalls von einer aus dem Ländle geführt wird. Die muss nicht weniger kämpfen. Die Schwäche der FDP kann der Merkel-CDU nur so lange recht sein, wie die Union die Schwäche der Koalition insgesamt auszugleichen vermag. Danach sieht es nicht aus. Kein Wunder, dass die Stimmung sinkt.

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