Meinung : Unmut am Wahltag

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Stinkende Mülltonnen. Überfüllte Straßen. Geschlossene Ämter. Das Schreckensszenario, das die Tarifrunde im Öffentlichen Dienst seit Verhandlungsbeginn begleitet, droht Wirklichkeit zu werden. Der letzte Streik im öffentlichen Dienst dauerte 1992 drei Wochen. Beide Seiten werden eine so ausgedehnte Machtprobe nicht noch einmal riskieren. Denn Anfang Februar stehen in zwei Bundesländern Landtagswahlen an. Weder die CDUFDP-Koalition in Hessen noch die SPD-Regierung in Niedersachsen wollen ihren Bürgern am Wahltag stinkende Mülltonnen und stehende Busse zumuten. Das Risiko, dass die Wähler ihren Unmut an der Urne abladen, ist den Regierenden zu groß. Das sollte sie aber nicht davon abhalten, verantwortlich zu handeln.

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