Meinung : UNO: Ab durch die Mitte

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Die Schweiz hat sich der Welt geöffnet und wird 190. Mitglied der Vereinten Nationen. Das Ja kam zwar keineswegs aus voller Brust, sondern leicht gequält, aber es markiert den Abschied vom eigenbrötlerischen Status quo. Nun wird das Land bei den großen Weichenstellungen in New York wenigstens ein klitzekleines Wörtchen mitreden. Wichtiger ist: Die Eidgenossenschaft ist international erwachsen geworden. Das Verharren im Abseits war vielen Partnern zuletzt nicht mal mehr ein Kopfschütteln wert. Bern galt als hoffnungsloser Fall, nicht bloß als Sonderfall, wie die Schweizer sich selbstverliebt titulieren. Kaum ein anderes Volk hatte sich politisch so konsequent von der übrigen Welt abgewandt. Unabhängig wollte man sein. Neutral bleiben. Sich niemals in fremde Händel einmischen. Dabei ignorierten die Schweizer, dass die großen Probleme unseres Planeten sich nur gemeinsam lösen lassen: wirtschaftliches und soziales Nord-Süd-Gefälle, Hunger, Seuchen, Klimaveränderungen und neue Bedrohungen wie der Terrorismus. Für solche Aufgaben gibt es nur ein Forum: die Vereinten Nationen. Sie sind nicht die beste Organisation, aber es gibt keine Alternative. Das hat jetzt auch eine knappe Mehrheit der Schweizer anerkannt.

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