Meinung : Unsere Autoren: Heute kommentieren Schriftsteller

Wie sehen Schriftsteller die Welt? Sieben Autoren

Wie sehen Schriftsteller die Welt? Sieben Autoren kommentieren heute die aktuelle Tagespolitik für die Meinungsseite. Unter journalistischen Normalbedingungen - und das heißt vor allem: Zeitdruck.

Tilman Spengler wurde 1947 in Oberhausen geboren, studierte Sinologie und Geschichte und begann eine wissenschaftliche Laufbahn bei Carl Friedrich von Weizsäcker am Max-Planck-Institut Starnberg. Mit seinem Romandebüt "Lenins Hirn" über den Berliner Nervenarzt Oskar Vogt, den Leibarzt der Industriellen-Familie Krupp, hatte er 1991 großen Erfolg. Jüngst ist "Meine Gesellschaft" erschienen, eine Sammlung von Anekdoten. Er ist Mitherausgeber des "Kursbuch" und lebt in Ambach am Starnberger See.

Antonio Skarmeta wurde 1940 in Antofagasta, Chile, geboren, studierte Philosophie und Literatur an der Universität von Chile und der Columbia University New York. 1975 emigrierte er aus politischen Gründen nach Deutschland. 1989 kehrte er nach Santiago de Chile zurück. Seit einem Jahr ist Skarmeta chilenischer Botschafter in Deutschland. Seine Hörspiele und Kurzgeschichten wurden in 20 Sprachen übersetzt, sein Roman "El cartero de Neruda" (Mit brennender Geduld) unter dem Titel "Der Postmann" verfilmt; er erhielt fünf Oscar-Nominierungen. Auf deutsch erschien zuletzt "Die Hochzeit des Dichters". Ihn hat der heutige "Welttag gegen Rassendiskriminierung" zu seinem Kommentar animiert.

Gretchen Dutschke, 58 Jahre alt, lebt heute in Boston. Die in den USA geborene Theologin und Ernährungswissenschaftlerin war 1964 nach Deutschland gekommen, wo sie den Studentenführer Rudi Dutschke kennenlernte. Wenige Jahre nach seinem Tod - eine Spätfolge des 1968 auf ihn verübten Attentats - kehrte sie 1985 in ihre amerikanische Heimat zurück. 1996 erschien ihr Buch "Rudi Dutschke. Wir hatten ein barbarisches, schönes Leben: Eine Biographie".

Friedrich Christian Delius: Nur wenige kennen die Vornamen des 58-Jährigen, die Initialen sind zu einem Markenzeichen geworden. Sein Roman "Die Flatterzunge" (1999) über einen gestandenen Musiker, der einen Moment die Beherrschung verliert, wodurch sich sein Leben ändert, basiert auf einem realen Vorfall: Ein Orchestermitglied der Deutschen Oper Berlin hatte auf einer Gastspielreise durch Israel eine Rechnung mit "Adolf Hitler" unterzeichnet. Der gebürtige Römer lebt in Berlin.

Katja Lange-Müller: Die 49-Jährige ist gebürtige Ost-Berlinerin, 1984 übersiedelte sie in den Westen. Sie studierte Biologie, durchlief aber auch Ausbildungen zur Hilfspflegerin sowie zur Schriftsetzerin, Bild- und Umbruchredakteurin in Leipzig am Literaturinstitut Johannes R. Becher. 1995 erhielt sie den Alfred-Döblin-Preis, in diesem Jahr ist sie Stadtschreiberin in Rheinsberg. 2000 erschien "Die Letzten - Aufzeichnungen aus Udo Posbichs Druckerei".

Axel Hacke: 1956 in Braunschweig geboren, studierte Politikwissenschaften in München und besuchte dort die Deutsche Journalistenschule. Bei der Süddeutschen Zeitung arbeitete er zunächst als Sportreporter, wechselte ins Ressort Politik, wo er regelmäßiger Streiflicht-Autor wurde. Er erhielt renommierte Auszeichnungen: Joseph-Roth-, Egon-Erwin-Kisch- und Theodor-Wolff-Preis. "Der kleine Erziehungsberater" wurde zu einem Bestseller. 2000 veröffentlichte er "Hackes kleines Tierleben" und "Ich sags euch jetzt zum letzten Mal". Er ist freier Autor.

F. W. Bernstein: Unser heutiger Karikaturist, Jahrgang 1938, studierte Kunst in Stuttgart und Berlin. 1984 wurde der Zeichner, Grafiker und Lyriker zum Professor für Karikatur und Bildgeschichte an der hiesigen HdK berufen. Zuletzt erschien sein Gedicht-Bändchen "Elche, Molche, ich und du".

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