Unter Beobachtung der OSZE : Wir wollen schlämmern

Kein Wunder, dass die OSZE Wahlbeobachter nach Deutschland schickt: Das Land zeigt sich im Umgang mit den kleinen Parteien unsouverän

Vn Stephan-Andreas Casdorff

Der neue Bundeswahlleiter soll ja ein Mann der Paragrafen sein. Er antwortet wohl sogar auf Kritik mit ihnen. Dagegen ist vorderhand nichts zu sagen, solche muss es auch geben. Und überhaupt, wo kämen wir denn hin, wenn jeder machte, was er wollte. Aber … Es wäre schon ganz schön, wenn wir uns mit Paragrafenreiterei nicht in aller Welt wahlweise unsympathisch oder lächerlich machten. So geht’s nämlich mit falsch verstandenem Preußentum. Das Richtige wäre hingegen, wenn hier ein jeder nach seiner Façon selig werden könnte. Will sagen: Lass sie doch alle antreten bei der kommenden Bundestagswahl, die Satiriker, die echten und die ungewollten. Die Wahl droht ohnehin langweilig genug zu werden. Wenn der Bundeswahlleiter, übrigens Präsident des Statistischen Bundesamts, amtet, dann so: Geprüft werden soll, ob eine Partei eine vernünftige Organisationsstruktur hat und ob sie ernsthaft an der Willensbildung des Volkes teilnehmen will. Mal abgesehen von den großen, den „etablierten“ Parteien, bei denen man sich angesichts dieses Wahlkampf schon die Frage stellen kann, ob das mit der ernsthaften Willensbildung bei ihnen angekommen ist – „Die Partei“ will das, die Pauli-Partei auch, und Schlämmer würde das genauso wollen. Aber wir sind ja von Amts wegen humorlos. Wie unsouverän das wirkt! Die Fünfprozenthürde wird bestimmt alle die schaffen, die es nicht ernst meinen. Kein Wunder, dass die OSZE Wahlbeobachter nach Deutschland schickt. Ein Spaß ist das nicht. cas

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