Meinung : Unter Strom

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Das sind ja Wochen für Angela Merkel. In der Türkeifrage folgen ihr die Konservativen in Europa nicht, sie fordern sogar, siehe Jacques Chirac, das krasse Gegenteil. Hier zu Lande sind es die Geschichten aus NordrheinWestfalen, die Ärger machen, von Fritz Schramma aus Köln, Oberbürgermeister der größten Stadt im Land, über Hejo Arentz, den bald gewesenen CDA-Chef (auch aus Köln), den Ex-CDU-Chef von Köln, Richard Blömer, bis zu – als Höhepunkt – Laurenz Meyer. Der kommt zwar aus Westfalen, hat aber auch nach seinem vorläufigen Ausscheiden noch ziemlich lange Gehalt von RWE erhalten. Im Fall von Meyer, der immerhin mit die Bundes-CDU führt, kann noch was kommen. Auch wenn die Vernetzung mit den Stromkonzernen keine Spezialität der Christdemokraten ist – die SPD hat inzwischen doch einige Vertreter in dieser Branche –, bleibt das Thema dennoch heiß. Es mag sein, dass sich sein Verhalten rechtlich erklären lässt. Aber was für Arentz galt, gilt das nicht für Meyer, nur weil der als Generalsekretär weniger verzichtbar ist? Vier Monate will er für eine „geordnete Übergabe“ entlohnt worden sein – ziemlich lang ist das, bei aller Ordnungsliebe. Die Partei steht, seitdem das bekannt wurde, unter Strom. Wenn die Woche vorbei ist, wird Merkel wohl drei Kreuze machen. Und ihrem Weihnachtsbaum Wachskerzen aufstecken. Vorsichtshalber. cas

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