Meinung : Unvermittelt

cvm

In der Gefahr wächst das Rettende auch - manchmal stimmt das ja. Joschka Fischer hat so seinen Ruf als Nahost-Vermittler begründet. Im Juni 2001, als während seines Besuchs eine Bombe in einer Diskothek explodierte und jeglichen Dialog in Frage stellte, rang er Premier Scharon, aber auch Jassir Arafat das Versprechen der Mäßigung ab. Beide Seiten haben Vertrauen zum deutschen Außenminister - so viel, dass Arafat ihm beim nächsten Mal, im August 2001, gleich einen Nahost-Gipfel in Berlin antrug. Kurz zuvor hatte es wieder einen Bombenanschlag gegeben: auf eine Pizzeria in Jerusalem; und Vergeltungsangriffe Israels. Nun ist Fischer erneut in der Region gewesen, drei Tage gleich, um für einen Friedensplan der Europäischen Union zu werben. Die Gefahr ist abermals gewachsen: Radikale Palästinenser beschießen Israel mit Raketen, der erneute Einmarsch in die Autonomiegebiete scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Und das Rettende? Scharon hat Fischer erst gar nicht empfangen, er ist krank. Und Arafat verspricht zwar vieles, aber die Gewalt stoppt er nicht. In solchen Zeiten gilt nur die Umkehrung: Trotz Rettungsversuchen wächst die Gefahr.

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