Meinung : Unversehrt

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Künftig kann man Stammzellen für wissenschaftliche oder medizinische Zwecke gewinnen, ohne menschliches Leben zu opfern. Denn US-Forscher haben embryonale Stammzellen hergestellt, ohne dazu einen Embryo zu zerstören. Ein beachtlicher Fortschritt. Damit scheint auch das entscheidende Argument der Kritiker hinfällig zu sein. Doch nur auf den ersten Blick. Denn die ethische Sophistik, die sich um die Stammzellforschung herum ausgebildet hat, findet auch hier ein Haar in der Suppe. Die Zelle, die dem Embryo schadlos entnommen wird, um aus ihr Stammzellen zu züchten, könnte sich zumindest theoretisch wieder selbst zu einem Embryo entwickeln – und steht damit auf dem Index der hierzulande tonangebenden Verhinderer der Stammzellforschung. Es ist das gleiche absurde Argument, mit dem Eltern die Präimplantationsdiagnostik untersagt wird: Auch bei diesem Verfahren wird einem frühen Embryo im Reagenzglas eine Zelle entnommen. In diesem Fall, um schwere Erbkrankheiten auszuschließen und bei Familien, in denen solche Leiden vorkommen, die Chance auf ein gesundes Kind zu erhöhen. Moralisch mag das Verbot sein. Menschlich ist es nicht. wez

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