Meinung : Uran-Munition: Schluss mit der Geheimniskrämerei

bib

Nur die nächste Aufregung ohne wirkliche Basis? In der im Kosovo verschossenen amerikanischen Uran-Munition steckt womöglich das Ultragift Plutonium. Der Verdacht wird erhärtet durch eine Entdeckung von UN-Experten: Uranmunition wird offenbar in Teilen aus Atommüll gewonnen. Abgebrannte Brennstäbe beinhalten stets auch Plutonium und werden so zum politischen Sprengpotenzial. Erstens gilt Plutonium, abgesehen von seiner Strahlung, als das stärkste bekannte Gift - Spuren können tödlich sein. Das würde die bisher einigermaßen fundierte Behauptung "Uran-Munitionsreste sind im Grund ungefährlich" ins Gegenteil verkehren. Nicht gut für Verteidigungsminister Scharping, auch wenn er es nur nicht besser wusste. Zweitens haben die USA nach deutscher Darstellung bislang stets den Eindruck erweckt, ihre Munition werde nicht aus Atommüll hergestellt, sondern aus Natururan, dessen hochaktive Bestandteile abgetrennt wurden. Wenn das nicht stimmen sollte, droht ein transatlantischer Konflikt größeren Ausmaßes. Dass die USA ihre Verbündeten in Militärfragen von oben herab behandeln und alles zum Staatsgeheimnis erklären, sind die Europäer ja gewohnt. Aber wenn es um Leib und Leben von verbündeten Soldaten geht, hört das Spiel auf.

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