Meinung : Urbi et orbi

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Sankt Pölten – der Name wird zum Synonym werden. Wie sagt die Homepage der Stadt? Sie habe „europaweit beachtete Akzente gesetzt“. Den jüngsten Akzent, europaweit beachtet, setzt der Papst, indem er das dortige Priesterseminar wegen des Sexskandals schließt. Und zwar sofort. Das ist eine staunenswert schnelle Reaktion, wenn man bedenkt, dass die katholische Kirche sich doch gewöhnlich Zeit lässt; eine Haltung, die angesichts der 2000jährigen Geschichte, in der sie schon anderes überstanden hat, nicht verwundert. Nur ist der Fall in Österreich eben nicht gewöhnlich, sondern dazu angetan, weit über Europa hinaus das Ansehen der Kirche nachhaltig zu schädigen. Kinderpornografie, 40000 Sexbilder, junge Männer, die Nazi-Parolen grölen – der von Johannes Paul II. erst vor Wochen entsandte Visitator Klaus Küng hat nicht nur nachgeschaut, sondern drastisch gehandelt: zur Ehre der Kirche; um die Eltern zu beruhigen; und um keine ausufernde Debatte über Homosexualität und Zölibat zu riskieren. Auch für Ortsbischof Kurt Krenn ist das ein deutliches Zeichen. Er wird sein Amt nicht mehr sehr lange inne haben, nicht nach seinen Verharmlosungen der Vorgänge und seinen Beschimpfungen des Vorsitzenden der österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn. Der im Übrigen vor Jahren nach einem Sexskandal das Bischofsamt in Wien von Hermann Groer übernahm. Wie sagte der Visitator: Ein völliger Neuanfang ist nötig. Dafür steht künftig St. Pölten. cas

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