Urteil für Jörg Tauss : Im Dunkeln

Tauss ist hart rangenommen worden, von der Staatsanwaltschaft, von den Medien, jetzt auch vom Gericht. Andere kommen besser weg. Tauss' Motiv bleibt im Dunkeln.

Ein Ex-Bundestagsabgeordneter, wenn auch zweite Garde, so doch ein anständiger Politiker aus einer großen Fraktion. Und dann das: Kinderpornos gesammelt, bestraft. Der Mann tritt diskret den Rückzug an, alle Welt tut, als wär’ nix gewesen. Unvorstellbar? Nein. Die Rede ist nicht von Jörg T., dem bekannten Pornopolitiker aus der SPD, sondern von Matthias S., CSU, der ein paar Monate nach Tauss erwischt wurde. Der Fall zeigt: Bei allem Missmut über sein Delikt, der mittelmäßig sympathische, immer etwas dröhnende und bis zuletzt leicht anmaßend wirkende Tauss ist hart rangenommen worden, von der Staatsanwaltschaft, von den Medien, jetzt auch vom Gericht. Andere kommen besser weg. Über Matthias S. schweigt das bayerische Sozialministerium, wo er zuletzt beschäftigt war, bis heute. Man nennt das dort Datenschutz. Solche Ungleichheiten sollte bedenken, wer auf Tauss mit dem Finger zeigt. Dennoch, er hat ein faires Urteil bekommen, zumal ihn die Richter nicht zum Sexmonster stempelten. Tauss’ Motiv bleibt im Dunkeln. Fest steht: Er hätte das alles niemals tun dürfen. Wenn es mit Kinderpornos zu tun hat, kann auch Dummheit strafbar sein. neu

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