US-Milliarden für Klimarettung : Amerika kauft sich frei

Bevor Barack Obama zum Klimagipfel in Kopenhagen reist, wird eines deutlich: Statt zu liefern, was die Welt erwarten darf – eine signifikante Verringerung der Treibhausgase –, kauft sich Amerika frei.

Christoph von Marschall

Viele loben die USA, weil sie ihren Teil zum milliardenschweren Klimarettungsfonds für die Dritte Welt beitragen wollen. Das ist ein schlechtes Omen. Wird die Konferenz so enden: mit einem kleinen Ergebnis, das die Regierungen als großen Erfolg preisen? Und über Defizite soll das Versprechen hinwegtrösten, die nächsten Schritte folgten bald? Ja doch, es ist gut, wenn die USA zahlen. Aber es erinnert an die deutsche Scheckbuchdiplomatie. Statt zu liefern, was die Welt erwarten darf – eine signifikante Verringerung der Treibhausgase –, kauft sich Amerika frei. Seit Wochen werden die Erwartungen an Kopenhagen reduziert, auch wegen der Folgen der Wirtschaftskrise. Europas Hoffnung auf eine rechtlich bindende CO2-Reduzierung war von Anfang an aussichtslos, nicht nur wegen den USA. Viele Länder machen da nicht mit, auch China und Indien. Als Ersatz boten sie im November „politisch bindende“ Zusagen an. Davon hört man kaum noch. China verweigert die internationale Überprüfung. Wenn am Ende nur noch unverbindliche Absichtserklärungen und das Scheckbuch stehen, wäre das nicht einmal ein guter Anfang für den Klimaschutz.

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