Meinung : US-Regierung plant Bildungsreform

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Wenn alle Schuld haben, hat keiner Schuld - und dann bleibt alles beim Alten: Nach dieser Regel wird in Deutschland Bildungspolitik gemacht. Nach Erscheinen der von der OECD in Auftrag gegebenen Pisa-Studie war das Entsetzen groß, passiert jedoch ist nichts. So oder so ähnlich war es lange auch in den USA. Dann aber trat George W. Bush an, der angeblich etwas minderbemittelte Texaner. Er unterzeichnete jetzt ein Gesetz, das die gravierendsten Änderungen im US-Bildungssystem seit 1965 vorsieht. Es ist gewissermaßen die konservative Antwort auf die Einführung der Gesamtschule. Künftig werden alle Schüler von der dritten bis zur achten Klasse bundesweit in den Fächern Mathematik und Lesen geprüft. Schulen, die zu schlecht abschneiden, bekommen Zuwendungen gekürzt. Andererseits werden sozial benachteiligte Kinder stärker als zuvor gefördert. Leistung muss überprüfbar sein und sich lohnen: So lautet der Grundtenor der amerikanischen Bildungsreform. Das ist richtig und gerecht, aber nur, wenn gleichzeitig auch Chancenungleichheiten abgeschafft werden. Wenn! "Kein Kind wird zurückgelassen!" - das stand als Motto über der Unterzeichnungszeremonie. Mal sehen, auf welchen Plätzen Deutschland und Amerika bei der nächsten OECD-Studie stehen.

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