Meinung : US-Rüstungsliegerungen an Taiwan: Texas ist überall

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George Walker Bush sieht seinem Vater ähnlich - nur politisch, da sind sie nicht zum Verwechseln. Genauer: außenpolitisch. Mag mag es ja kaum glauben, aber "Dubbya" hat dem Fernsehsender ABC nicht nur gesagt, die USA würden im Falle eines chinesischen Angriffs auf Taiwan militärisch reagieren - er hat auch noch erklärt, die USA würden alles unternehmen, Taiwan bei seiner Selbstverteidigung zu unterstützen. Das klingt neu, und zwar gefährlich nach einer Art Sicherheitsgarantie. Ob das eine richtige Strategie ist? Seit Nixon gilt, dass China genau beobachtet und sehr wohl beachtet wird. Dieses Land entwickelt sich, nicht nur, was die Bevölkerungszahl angeht. Riesig ist das Kräftepotenzial - das gilt es fein auszutarieren: Noch regionale Großmacht, bald Supermacht, und auf dem Weg dorthin kommt Bush jr. den Chinesen texanisch? Und, nebenbei, den Europäern spanisch, was das Waffengeschäft mit Taiwan betrifft? Alles zusammen wirkt wie eine Provokation, wie Kraftmeierei, und das noch ohne Vorwarnung. Verzugslos wirft die neue Administration Vorstellungen über Bord, die Chinesen als "strategische Partner" zu betrachten und macht sich selbst stattdessen zum "strategischen Rivalen". Da darf sich niemand wundern, dass die chinesische Führung harsch reagiert. Das Gesicht verlieren - nur das nicht! Vater Bush hätte es gewusst. Er war ja auch Diplomat in China, kennt sich aus in der Welt. Kann man ihn nicht mal kurz einwechseln?

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