US-Truppen : „Der Weg nach Hause“

Es ist an der Zeit, dass die Vereinigten Staaten den Irak verlassen, so schnell, wie das Militär für einen geordneten Rückzug benötigt.

In ihrem Leitartikel am vergangenen Sonntag plädiert die „New York Times“ unter dem Titel „The road home“ für einen sofortigen Rückzug aller US-Truppen aus dem Irak

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Es ist an der Zeit, dass die Vereinigten Staaten den Irak verlassen, so schnell, wie das Militär für einen geordneten Rückzug benötigt. Wie viele Amerikaner haben wir diese Schlussfolgerung aufgeschoben, weil wir auf einen Hinweis warteten, dass Präsident George W. Bush einen ernsthaften Versuch unternimmt, die Vereinigten Staaten aus dem Desaster zu befreien, in das er sie durch einen Einmarsch in den Irak, für den es nicht ausreichend Grund gab, der weltweit abgelehnt wurde und für dessen Folgen es keinen Plan gab, hineingezogen hat.

Zuerst waren wir der Meinung, dass die USA nach der Zerstörung der irakischen Regierung, Armee, Polizei und Wirtschaftsstruktur verpflichtet seien, einige der Ziele zu erreichen, die Bush vorgab zu verfolgen – in erster Linie den Aufbau eines stabilen, vereinigten Irak. Als offensichtlich wurde, dass der Präsident weder über die Vision noch die Mittel dafür verfügte, sprachen wir uns gegen ein Abzugsdatum aus, weil noch die Chance bestand, das Chaos, das nach einem Abzug entstehen würde, zu verkleinern.

Bush, der für Fristen nichts übrig hat, versprach immer wieder Durchbrüche – nachdem Wahlen abgehalten worden waren, nachdem eine Verfassung in Kraft getreten war, nachdem tausende neuer Soldaten dorthin geschickt worden waren. Aber diese Meilensteine kamen und verschwanden, ohne Fortschritt in Richtung eines stabilen, demokratischen Irak oder eines Rückzugs. Es ist erschreckend offenbar geworden, dass Bushs Plan heißt, so lange so weiter zu machen, wie er im Amt ist, und das Durcheinander auf seinen Nachfolger abzuladen. Was auch immer sein Vorhaben gewesen sein mag, es ist gescheitert.

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